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Nachsorgepreis - Preisträger 2014

Netzwerk für schwerkranke Kinder
erhält Nachsorgepreis

Weiterentwicklung der LESS-Studie wird mit Anerkennungspreis geehrt

Am Mittwoch, 12. November 2014 wurde in der SpardaWelt in Stuttgart der 14. Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge verliehen. Mit dem Preis wurde das Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V. ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis erhielt die "Arbeits- und Studiengruppe Spätfolgen – Late Effects Surveillance System“ (LESS) für die Entwicklung moderner Informations- und Servicemedien krebskranker Kinder und Jugendlicher in der Nachsorge.

Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V. (Medizinische Hochschule Hannover)

Im Jahr 2007 wurde in Hannover das „Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V.“ durch Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie Eltern ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein mit Sitz im Kinderkrankenhaus auf der Bult der Medizinischen Hochschule Hannover steht unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Reinhardt. Durch die Einrichtung wissenschaftlich begleiteter Teilprojekte ist ein umfassendes familienorientiertes Angebot entstanden, welches bisher vorwiegend den Betroffenen in Niedersachsen zur Verfügung steht: In der „Sozialmedizinischen Nachsorge“ werden die Familien schwerkranker Kinder und Jugendlicher aus allen klinischen Bereichen der Medizinischen Hochschule Hannover im Übergang von der stationären zur ambulanten Behandlung begleitet. Das Projekt „Spezialisierte Ambulante Pädiatrische Palliativversorgung“ stellt nach dem Krankenhausaufenthalt die optimale Versorgung lebens-begrenzend erkrankter Kinder sicher. Das „Geschwisterkinder Netzwerk“ unterstützt die Geschwister von betroffenen Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer besonderen Situation. Durch das „Netzwerk für onkologische Fachberatung“ wird Familien eine dauerhafte Nachsorge angeboten, wodurch ihnen langfristig ein geregelter Alltag nach der Krebserkrankung möglich ist. Für den Aufbau dieses sektorenübergreifenden und multiprofessionellen Netzwerks sowie das beispielhafte engagierte Wirken im Sinne der Familienorientierten Nachsorge chronisch erkrankter Kinder erhielt das „Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V.“ den mit 10.000 Euro dotierten Nachsorgepreis 2014 der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.

Arbeits- und Studiengruppe Spätfolgen - Late Effects Surveillance System: Entwicklung einer Nachsorge-App

Die „Arbeits- und Studiengruppe Spätfolgen – Late Effects Surveillance System“ (LESS) wurde im Jahr 1989 unter dem Vorsitzenden Prof. Dr. Jörn-Dirk Beck auf Initiative der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) gegründet und an der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen eingerichtet.

von links: Prof. Dr. Karl Welte, Prof. Dr. Stefan Bielack (beide Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Kinderkrebsnachsorge), Anika Mohr, Prof. Dr. Dirk Reinhardt, Rebecca Kampschulte (alle drei Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V.), Prof. Dr. Thorsten Langer (Late Effects Surveillance System), Sonja Faber-Schrecklein und Roland Wehrle (Vorstände der Deutschen Kinderkrebsnachsorge).

Heute steht sie unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Langer und hat ihren Sitz in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Lübeck. Die Studie „LESS“ beschäftigt sich mit der Früherkennung und Behandlung von Spätfolgen bei Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter. 2012 startete die Arbeitsgruppe eine Informationsinitiative, bei der sich Patienten und Ärzte durch verschiedene Medien informieren und einen Überblick über Nachsorgeempfehlungen gewinnen können: Zwei umfangreiche Broschüren informieren Betroffene über Nachsorgeangebote und mögliche Spätfolgen einer Krebserkrankung.

Ein „Nachsorgekalender“ begleitet die Patienten durch alle relevanten Nachsorgeuntersuchungen. Der Internetauftritt bietet Interessierten die Möglichkeit, sich über die Krankheitsbilder der Pädiatrischen Onkologie zu erkundigen. In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik an der Universität zu Lübeck wurde eine „Nachsorge-App“ für mobile Endgeräte entwickelt. Diese enthält alle wichtigen Informationen der Broschüren und der Homepage. Darüber hinaus werden auf den Patienten abgestimmte Untersuchungen empfohlen und ein Kalender mit Erinnerungsservice angeboten. Für dieses innovative Engagement im Sinne der onkologischen und familienorientierten Nachsorge, verlieh die Deutsche Kinderkrebsnachsorge der „Arbeits- und Studiengruppe Spätfolgen – Late Effects Surveillance System“ einen Anerkennungspreis.