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Nachsorgepreis - Preisträger 2008

Nachsorgepreis 2008: Waldpiraten-Camp
der Kinderkrebsstiftung und praxisnahes
Gesamtkonzept für psychosoziale
Versorgung gewürdigt

Das Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung und ein praxisnahes Gesamtkonzept für die psychosoziale Versorgung in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie der Arbeitsgruppe „Leitlinien“ der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie“ (PSAPOH) sind mit dem Nachsorgepreis 2008 der Deutschen Kinderkrebsnachsorge ausgezeichnet worden. Bei einer Feierstunde in den Räumen der Sparda-Bank in Stuttgart würdigten die Stiftungsvorstände Sonja Schrecklein und Roland Wehrle die besonderen Leistungen der Preisträger für schwer kranke Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Betreute Freizeit in geschützter Umgebung für kranke Kinder und Jugendliche

Das Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung ist eine in Deutschland einzigartige Einrichtung. Krebskranke Kinder und Jugendliche sowie ihre Geschwister können beim Camp in erlebnispädagogisch betreuten Freizeiten – und somit in geschützter Umgebung – neue Kraft und neuen Lebensmut schöpfen. Mit dem Aufbau des Waldpiraten-Camps im Jahr 2003 wurde ein großer Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen nach einer Krebserkrankung gegangen. Das Camp hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Austausch mit anderen Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten, Unabhängigkeit und Selbstsicherheit zu vermitteln, sprich die eigentlichen körperlichen Möglichkeiten wieder zu entdecken und nicht zuletzt Verantwortung in der Gruppe zu übernehmen – also insgesamt eine positive Krankheitsverarbeitung zu gewährleisten. Das behindertengerechte Camp verfügt nicht nur über alle notwendigen medizinischen Vorrichtungen, sondern vor allem auch über im speziellen Umgang mit dieser Erkrankung erfahrene Betreuungskräfte. Mit dem bis zu 10-tägigen Programm ist es dem Waldpiraten-Camp in herausragender Weise gelungen, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihre körperliche und seelische Sicherheit zu finden bzw. wieder zu entdecken und Energie zu tanken, um wieder ins normale Alltagsleben zurück zu finden, so die Jury in ihrer Würdigung dieses Angebotes. Daneben werden Seminare für Familien, Alleinerziehende, junge Leute und verwaiste Eltern sowie Wochenendfreizeiten für trauernde Geschwister und Fortbildungsveranstaltungen für Klinikmitarbeiter angeboten. Im Vordergrund steht der Austausch von neuen medizinischen Erkenntnissen und Behandlungsverfahren, von sozialrechtlichen Informationen bzw. der Reflexion und Aufarbeitung von Fragen und Konflikten, die sich durch die Krankheit stellen, ebenso von schmerzlichen Fragen über Tod und Trauer.

Strukturiertes Vorgehen bei der Behandlung sichert die Lebensqualität

Die von der Arbeitsgruppe Leitlinien unter Federführung von Hildegard Schröder vorgelegte Leitlinie stellt ein praxisnahes Gesamtkonzept für die psychosoziale Versorgung in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie dar. Mit der Einbettung in die methodischen und gesundheitspolitischen Anforderungen der Qualitätssicherung, stärkt sie ebenso die Weiterentwicklung und Sicherung Familienorientierter Nachsorge.

Die Stiftungsvorstände Sonja Schrecklein und Roland Wehrle mit den Preisträgern des Nachsorgepreises 2008 der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.

Durch das strukturierte Vorgehen in der Behandlung und Nachsorge von psychosozialen Problemen bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Erkrankungen wird die Lebensqualität dieser kleinen Patienten gesichert. Traumatisierung durch die Erkrankung und Therapie führt zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität auch nach der Akutbehandlung. Deshalb sind psychosoziale Leitlinien in der Bewältigung dieser Traumata sehr wichtig.

Die im Auftrag der GPOH erarbeitete Leitlinie bildet die Basis für die Betreuung im gesamten Bundesgebiet. Von zentraler Bedeutung sind dabei: das psychosoziale follow-up im Rahmen der multidisziplinären Nachsorge, frühzeitige Planung und Koordination ambulanter und stationärer Rehabilitation, Vorbereitung und Vermittlung gezielter Fördermaßnahmen bei kognitiven und anderen Spätfolgen, Maßnahmen zur Förderung der sozialen, schulischen und beruflichen Integration, Maßnahmen zur Prävention psychosomatischer, emotionaler und sozialer Folgeschäden, Vermittlung von Rehabilitationsmaßnahmen, u.a. Angebote für trauernde Angehörige.

Dieses Projekt etabliert die psychosoziale Versorgung und Nachsorge krebskranker Kinder und Jugendlicher und begleitet diese Patienten und ihre Familien von der ersten Entlassung ins häusliche Umfeld bis weit über die Therapie hinaus.

„Den Autorinnen ist es damit gelungen, ein praxisnahes Gesamtkonzept integrierter psychosozialer Akutversorgung und Nachsorge auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erstellen“, lautet das Fazit der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.