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Nachsorgepreis - Preisträger 2007

Nachsorgepreis 2007 für Prof. Dr. Jörn-Dirk
Beck und Prof. Günther Schellong

Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge hat ihren Nachsorgepreis 2007 an die beiden Kinderonkologen Prof. Dr. Günther Schellong aus Münster und Prof. Dr. Jörn-Dirk Beck aus Erlangen verliehen. Die Laudatio hielt Prof. em. Dr. Dietrich Niethammer, früherer ärztlicher Direktor der Universitätskinderklinik Tübingen. Beide Preisträger haben sich intensiv mit der Frage befasst, welche Spuren oder Spätfolgen die Krebstherapie bei den von ihrer Krebserkrankung geheilten Patienten hinterlassen kann und auch tatsächlich hinterlässt.

Dabei ging es ihnen aber nicht nur um die Dokumentation der Probleme, sondern das eigentliche Ziel war, mit Hilfe des Gelernten dann Konzepte zu entwickeln, wie die Spätfolgen verhindert werden können.

Die Glückwünsche der Deutschen Kinderkrebsnachsorge übermittelten bei dem Festakt in der Stadtsparkasse Baden-Baden die beiden Stiftungsvorstände Roland Wehrle und Sonja Schrecklein sowie die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Alexandra Erbprinzessin von Hohenzollern.

Prof. Dr. Jörn-Dirk Beck: Erstmals die Spätfolgen in großen Zusammenhängen dokumentiert

Prof. Dr. Jörn-Dirk Beck begann sehr früh, sich mit den Spätfolgen der Krebstherapie zu befassen. Mit dem Aufbau eines „Late Effects Surveillance System" - genannt LESS - zur Erfassung von Spätfolgen nach einer Krebsbehandlung in Kindes-/Jugendalter in der deutschen Kinderonkologie etablierte er für den deutschsprachigen Raum ein Nachsorgenetzwerk für ehemalige krebskranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Es ist sein Verdienst, dass mit der Erfassung, Analyse und Aufarbeitung im Rahmen einer methodisch standardisierten systematischen Erhebung von Spätfolgen bei Kindern erstmals eine weitgehend flächendeckende und somit vollständige Erfassung von überlebenden Patienten ermöglicht wurde. Das frühzeitige Erkennen von Spätfolgen und die zentrale Auswertung ermöglicht der Wissenschaft, die fundierte Analyse in relevanten Gruppen, aber auch für einzelne Organsysteme. Hierdurch können auch weniger augenscheinliche Spätfolgen erkannt und so einer zeitnahen Behandlung, wie Hinweise für die Modifikation der Primärtherapie, gegeben werden, um für zukünftige Patienten weniger toxische, spätfolgenärmere Therapien zu entwickeln.

Prof. Beck hat sich kontinuierlich für die Etablierung und Weiterentwicklung von LESS eingesetzt und außerdem eine Reihe relevanter Ergebnisse generiert, die international publiziert wurden. Bei seinen Studien ging es Prof. Beck nicht nur um die Dokumentation der Probleme, sondern er wollte mit Hilfe des Gelernten Konzepte entwickeln, wie Spätfolgen verhindert werden können. Physische und psychische Beeinträchtigungen können die Lebensqualität der ehemaligen Patienten in einem erheblichen Maße beeinträchtigen. Und so können auch Spätfolgen einer Krebstherapie die ganze Familie betreffen, so dass deren Erforschung und dann auch Verhinderung ein essenzieller Bestandteil der familienorientierten Nachsorgekonzepte sein muss. Durch seine jahrzehntelange Arbeit und die Etablierung des LESS - Projektes war es möglich, eine effektive Organisation zur Verbesserung der Nachsorge krebskranker Kinder zu erreichen.

Bei der Verleihung des Nachsorgepreises 2007 v.l.n.r Stiftungsvorstand Roland Wehrle, Prof. Günther Schellong, Stiftungsvorstand Sonja Schrecklein, die Vorsitzende des Kuratoriums Alexandra Prinzessin von Hohenzollern und Prof. Dr. Jörn-Dirk Beck.

Prof. Günther Schellong: Die aktuellen Therapiekonzepte maßgeblich beeinflusst

Die Therapie des Morbus Hodgkin und deren Spätfolgen ist bei Kindern eine der am besten und mit der am längsten Nachbeobachtungszeit untersuchten Entitäten in der deutschen pädiatrischen Hämatologie und Onkologie. Dieses verdanken wir vor allem Prof. Günther Schellong, der von Beginn an die Optimierungsstudien für diese Erkrankung in der Kinderonkologie konzipiert und geleitet hat, wobei sein Augenmerk auch immer den Folgen der Therapie galt. Noch als Emeritus leitet er eine Arbeitsgruppe, die viele wertvolle hochrangig publizierte Untersuchungen zu Spätfolgen der Therapie initiiert hat. Dabei wurden außerordentlich relevante Ergebnisse erarbeitet, die die aktuellen Therapiekonzepte maßgeblich beeinflussen.

Von Anfang an war die Verminderung der Langzeitschäden durch die Behandlung neben der erfolgreichen Therapie für ihn ein wichtiges Ziel. Die schrittweise erfolgte Reduktion der Bestrahlungsdosis ohne Einbußen in den Behandlungsergebnissen ist ganz maßgeblich sein Verdienst. Die hohe Aufmerksamkeit und der internationale Stellenwert, die den möglichen Nebenwirkungen der Therapie des Morbus Hodgkin zukommt, führen wir nicht zuletzt auf seine langjährigen Initiativen zurück. Physische und psychische Beeinträchtigungen können die Lebensqualität der ehemaligen Patienten in einem erheblichen Maße beeinträchtigen. Und so können auch Spätfolgen einer Krebstherapie die ganze Familie betreffen, so dass deren Erforschung und dann auch Verhinderung ein essenzieller Bestandteil der familienorientierten Nachsorgekonzepte sein muss. Durch seine jahrzehntelange Arbeit war es möglich, eine effektive Organisation zur Verbesserung der Nachsorge krebskranker Kinder zu erreichen.